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Dezember 22nd, 2011

UNIGIS MSc – ein Resumee

Ungefähr vor einer Woche war es soweit: Ich erhielt das Abschlusszeugnis vom UNIGIS-Team und darf mich von jetzt an offiziell einen „Master of Science“ (GIS) nennen. Nach drei Jahren Fernstudium tut es gut, das angestrebte Ziel endlich abgeschlossen zu wissen.
Zeit für ein Resumee in Sachen UNIGIS!

1. Kosten
Zunächst ist es einmal so, dass dieses Fernstudium eine Menge Geld kostet. Rund 8000 Euro werden da für die Weiterbildung verbraten. Wer einen Arbeitgeber hat, der ihm was zuschießt kann sich glücklich schätzen. Wer das privat finanziert sollte bei der steuerlichen Absetzbarkeit der Kosten aufpassen. Bei UNIGIS kann man die Kosten in zwei Raten oder in einer Rate zahlen. Ich dachte, ich nehm die eine Rate – dadurch spart man sich ein paar hundert Euro ggü. UNIGIS. Allerdings kann man dann bei der Steuererklärung den Betrag als Werbungskosten auch nur in einem Jahr absetzen. Da dieser Betrag mit ca. 8000 Euro den überhaupt möglichen absetzbaren Maximalbetrag von 4000 Euro übersteigt, „verpuffen“ 4000 Euro und wirken nicht steuermindernd. Deshalb würde ich aus heutiger Sicht die Zweimal-Rate in Anspruch nehmen, um die tatsächlichen Kosten steuerwirksam zu halten.
Aber: ich bin kein Steuerexperte und übernehme keinerlei Gewähr für diesen Hinweis.

2. Inhalte
Die Inhalte der Module waren insgesamt sehr spannend und haben einen vollständigen Einblick in das Thema GIS vermittelt. Je nach Vorkenntnissen ist man in einigen Modulen schneller oder etwas langsamer unterwegs, aber die 6 Wochen Bearbeitungszeit hatten bis auf ein Modul immer ausgereicht. Super waren die Module zur Datenmodellierung, Geodatenbanksysteme und zur Räumlichen Analyse. Was mir im Angebot der optionalen Module ein bisschen gefehlt hat  war GIS-Programmierung in .NET. Mittlerweilen gibts allerdings ein Modul dazu mit ArcObjects und VB.NET. Trotzdem würde ich mir zusätzliche Angebote dazu wünschen. Auch mehr Open Source Module könnten das Angebot der optionalen Module noch verbessern (z.B. PostGIS, DotSpatial oder SharpMap, QGIS und Anpassungen mit Python). Hier ist man sehr proprietär unterwegs.

3. Betreuung
Die Betreuung ließ in manchen Modulen zu wünschen übrig. Da hatte ich bei zwei Modulen schon das Gefühl, dass jemand nen ziemlichen lockeren Job als Lehrbeauftragter hat. Mit einer Beurteilung war ich auch überhaupt nicht einverstanden, da mir die Leistungserwartung des Modulbetreuers (Modul 3) nicht ausreichend genau formuliert war. Da gingen unsere Vorstellung von der Bearbeitung des Moduls etwas auseinander. Auch nach heftiger Diskussion – letztlich mit der Lehrgangsleitung – hat sich nichts an der Beurteilung geändert. Insgesamt war die Betreuung in den Pflichtmodulen jedoch gut.
Während der gesamten Studienzeit war die Betreuung durch eine Tutorin eine wichtige Unterstützung. Unsere Jahrgangstutorin des MSc 2009 war dabei sehr aktiv und motivierend. Vielen Dank an Julia Moser dafür!

4. Master Thesis
Die Phase „Master Thesis“ dauerte bei mir (auch durch einen Arbeitgeberwechsel in der Fernstudiumszeit) insgesamt etwas länger. Nachdem ich die Module alle hinter mich gebracht hatte, gingen noch 1,5 Jahre ins Land bis die Masterarbeit fertig war. Die eigentliche Bearbeitung lag bei einem Jahr. Ursprünglich hatte ich 6 Monate im Kopf, aber das ging einfach nicht.
Ich hatte ein betriebliches Thema gewählt und hatte auch mit meinem Arbeitgeber vereinbaren können, Arbeitszeit für die Master Thesis zu verwenden, da es ja auch einen betrieblichen Nutzen hatte. Dieses Vorgehen hat Vorteile:

  • Man lernt das Unternehmen und Prozesse besser kennen
  • Man macht das meiste in der Arbeitszeit und nicht noch abends oder am Wochenende
  • Man bearbeitet etwas, was im Idealfall auch umgesetzt wird

Allerdings ist man dann auch abhängig von der Zuarbeit und Informationen von Mitarbeitern, muss auf Termine warten, muss nebenher auch noch das reguläre Tagesgeschäft erledigen und oft auch andere Arbeiten höher priorisieren.
Zum Schluss hatte ich mit meinem Vorgesetzten vereinbart, 14 Tage nur die Master Thesis zu bearbeiten, weil es sich sonst noch länger hingezogen hätte.
Insgesamt haben mich mein Arbeitgeber und meine Kollegen sehr gut bei der Master Thesis unterstützt. Außerdem möchte ich die extrem kurzen Antwortzeiten per email und die gute Betreuung durch Prof. Strobl herausheben – das war wirklich klasse!

Fazit
Wer ein Interesse an GIS mitbringt und dieses auch über längere Zeit aufrecht erhalten kann schafft das Fernstudium auch. Allerdings gibts natürlich auch Durststrecken in Modulen, die einem nicht so liegen. Bei mir war dies das Modul zum Thema Projektmanagement. Dieses Fernstudium bedeutet definitiv eine Herausforderung mit weniger Zeit für Hobbies, Freunde und Familie. Aber wenn einen das Thema GIS wirklich juckt und wer gleichzeitig im Beruf noch nebenher Geld verdienen möchte (muss), dann gibts meiner Meinung nach derzeit keine Alternative zu UNIGIS.

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